Positionen
Wie die Beteiligten den Fahrpraxiserwerb bewerten, steht hier nebeneinander, mit Quelle und Datum. Ein Urteil geben wir nicht ab.
Die Bundesregierung. Nach der Begründung schafft § 2e den Rahmen, um innovative Ausbildungsansätze unter realen Bedingungen kontrolliert zu erproben. Für die spätere Verordnung sollen Erfahrungen aus anderen europäischen Staaten herangezogen werden, insbesondere aus Österreich, „wo ein vergleichbares Modell der Übungsfahrten etabliert ist“ (BR-Drs. 330/26, Begründung zu § 2e, S. 57).
Der Bundesrat. Er begrüßt den Gesetzentwurf grundsätzlich als wichtigen Baustein für die Modernisierung des Fahrschulwesens und die Bezahlbarkeit des Führerscheins. Von der „sogenannten ‚Laienausbildung‘“ erwartet er aber einen „erheblichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand“ bei den Behörden (Stellungnahme vom 10.07.2026, Ziffer 5). Die Bundesregierung nimmt das zur Kenntnis; alle inhaltlichen Regeln lägen mit dem Verordnungsentwurf bereits vor (Gegenäußerung zu Ziffer 5).
Außerdem schlägt der Bundesrat vor, die Voraussetzungen der Genehmigung neu zu fassen; unter anderem soll die Behörde den Versicherungsschutz nicht prüfen müssen (Ziffer 3). Die Bundesregierung will prüfen, ob und in welcher Form das umgesetzt werden kann. Unfälle während der Erprobung möchte der Bundesrat in der Unfallstatistik gesondert erfassen lassen (Ziffer 6). Das lehnt die Bundesregierung ab; die BASt erarbeite bereits ein Evaluationskonzept (Gegenäußerung zu Ziffern 3 und 6).
Die Fahrlehrerverbände. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme zum Referentenentwurf wenden sich die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) und die Deutsche Fahrlehrer-Akademie (DFA) gegen die „Laienausbildung“. Sie raten, von der Einführung abzusehen, und verweisen unter anderem auf Sicherheitsbedenken (Stellungnahme vom 4. Mai 2026, veröffentlicht vom Fahrlehrer-Verband Schleswig-Holstein). Kurt Bartels, stellvertretender Vorsitzender der BVF, nannte den Reformvorschlag im Februar 2026 insgesamt „absolut entsetzend“ (ZDFheute, 12.02.2026).
Weitere Stimmen, auch zu den anderen Teilen der Reform, sammelt der Beitrag Positionen zur Fahrschulreform 2027: Ziele und Einwände.